Via Claudia Augusta

Von Süddeutschland nach Italien mit dem Fahrrad zu reisen, stellt ein besonderes Abenteuer dar. Auf der Via Claudia Augusta kann man auf einer alten Römerstrasse auf einem sehr interessanten Radweg etwas in die Zeit der Kaiser Augustus und Claudius eintauchen. Um die Alpen und das nördliche Voralpengebiet komplett zu erobern, wurde einst dieser Fahrweg angelegt und später bis zur Donau verlängert.

An- und Abreise:

Gedenkstein an der Via Claudia Augusta

Gedenkstein an der Via Claudia Augusta

Zum deutschen Startpunkt in Donauwörth gelangt man am bequemsten mit der Bahn, denn diese Stadt liegt an einem Bahnknotenpunkt. So kann man auch sein Fahrrad mitnehmen. Natürlich wäre eine Anreise per Auto ebenfalls denkbar, nur muss man dann ein Möglichkeit zum Langzeitparken finden. Wer den Radweg bis zum Ende befahren möchte, kann sich zwei Ziele aussuchen, denn nach Trient teilt sich der Weg. Eine Variante führt nach Ostiglia und die andere Strecke nach Venedig. Vom Zielort nach Hause kann sowohl die Bahn, alsauch die Reise mit anderen öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch mit einem Leihwagen empfohlen werden. Selbstverständlich ist auch eine umgekehrte Befahrung der Via Claudia Augusta von italienischer Seite aus möglich. Wenn man sich besonders anstrengenden Etappen über den Reschenpass ersparen will, besteht die Möglichkeit, einen Shuttleservice per Bus zu nutzen. Einige Reiseunternehmen bieten sogar Rückholservices für einzelne Strecken oder die gesamte Route an. Letztere können durchaus auch mit dem Flugzeug erfolgen.

Radtourenbücher:
Zur Reiseplanung empfiehlt es sich, im Vorfeld in mindestens einem Kartenwerk oder speziellem Reiseführer nach zu lesen. Es gibt zum Beispiel ein Bikeline-Radtourenbuch und ein Radreisebuch über die Via Claudia Augusta mit vielen hilfreichen Hinweisen. Viele Onlinekartenwerke und Reisebeschreibungen sind im Internet in mehreren Sprachen über diese Route zu finden. Einige korrelieren sogar über GPS mit einem Navisystem oder einer geeigneten App eines Smartphones.

Video einer Radreise auf der Via Claudia Augusta:

Verlauf:
Betrachtet man die Via Claudia Augusta von der Donau bis zum Po beziehungsweise bis zur Adria, so verläuft der Radweg von Donauwörth über Augsburg (ehemals Augusta genannt), Landsberg und Füssen bis nach Ehrwald. In Ehrwald besteht einer eintägigen Pause die Möglichkeit die Zugspitze zu besteigen. Von Ehrwald geht es dann über den Fernpass ins Oberinntal, den Reschenpass bei Reschen in Österreich nach Algund, Meran und Bozen. In Bozen trifft die Via Claudia Augusta dann auf den Brenner Radweg der vom Brenner kommt. Von Bozen geht es nach Trient, wo sich der Weg aufspaltet. Durch das Etschtal erreicht man die Mozartstadt Ala, fährt weiter nach Verona und letztendlich nach Ostiglia, einer römischen Hafenstadt am Ufer des Po. Wer sich für die andere, längere Strecke entscheidet, hat unterwegs nochmals zwei Möglichkeiten. Ein Weg führt von Lamon durch das Gebirge, ein anderer durch ein Tal, was allerdings stark von Autos befahren wird. In beiden Fällen gelangt man nach Feltre. Von hier ist Trient nahe der Via Claudia Augusta gut erreichbar. Nach Altino ist es nicht mehr weit und danach fährt man weiter nach Venedig.

Unterkünfte und Highlights:
Entlang der Via Claudia Augusta laden viele Hotels und Gasthöfe zum Übernachten ein. Auch Hostels und Pensionen stehen zur Verfügung. Neben der vielfältigen und einzigartigen Landschaft kann man Zwischenaufenthalte oder Ausflüge in die nähere Umgebung einplanen. Der Fernpass selbst verläuft weiter entfernt vom Autoverkehr, so dass man Wiesen und Wälder richtig genießen kann. Im früheren Augusta wandelt man auf geschichtsträchtigen Strassen einer der ältesten Städte Deutschlands. In Reschen in Südtirol laden die malerische Stadt mit historischen Gebäuden und der See praktisch direkt neben dem Reschenpass zum Verweilen ein. In Algund befinden sich Reste einer alten Römerbrücke, die zu einem Baudenkmal gehören. Archäologen fanden in der kleinen Gemeinde Algund wichtige Dinge aus der Kupferzeit, die in einem Museum in Bozen ausgestellt sind. In Meran ist viel Kultur zu hause. So gibt es hier ein Theater, viele alte Stadttore, Türme, Museen und viele weitere Sehenswürdigkeiten. In der Umgebung von Meran wurde vor einigen Jahren der Eiszeitmensch Ötzi gefunden. Heutzutage kann man Thermenanlagen in Meran besuchen oder auf die Pferderennbahn gehen. Bozen, die Landeshauptstadt Südtirols bietet für alle kulturellen Interessen etwas. Neben Burgen, Schlössern und Museen findet man eine wunderbare Gastronomie vor. Bozen liegt an der Weinstrasse. Der ein oder andere wird sich vielleicht am Abend ein Glas vom originalen Wein aus Bozen gönnen. In allen Orten an oder in der Nähe der Via Claudia Augusta gibt es viel zu sehen und zu erleben. Diese Radtour wird sicher für alle Radler ein unvergesslicher Urlaub, auch dann, wenn man nur Teilstrecken mit dem Fahrrad absolviert. Zu hause lässt man dann gemütlich die Bilder vom Fernpass, Reschen, Augusta, Venedig und anderen Stationen Revue passieren.

Weitere Informationen zur Via Claudia Augusta gibt es auf der Homepage Erlebnis-Via-Claudia-Augusta.de